Gottesdienst zu Hause

Vor dem Gemeindehaus und dem Orankefriedhof hängen am Sonntagmorgen kleine Beutel: Der Gottesdienst zum Mitnehmen. Hier finden Sie ihn zum Download.

Gottesdienst zum achten Sonntag nach dem Trinitatisfest, (02.08.2020; PDF, hier klicken) von Pfrn. Nana Dorn

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5. August: Andacht zum Monatslied August

von Vincent Kiefer, Kirchenmusiker der Kirchengemeinden Hohenschönhausen, Malchow und Wartenberg

Unser Monatslied im August, „Ich, der Meer und Himmel schuf“ (Singt Jubilate, Nr. 157), ist schon etwas ungewöhnlich. Zwar singen wir die ganze Zeit in der „Ich“-Form, doch aus zwei Perspektiven.

In den Strophen singen wir aus der Perspektive Gottes und im Refrain antworten wir aus Sicht eines Menschen, der sein Leben Gott zur Verfügung stellen will.

Ich, der Meer und Himmel schuf, hörte meines Volkes Ruf.
Die in Knechtschaft zu mir schrei‘n, will ich befrei‘n.
Ich, der Mond und Stern gemacht, sende Licht in ihre Nacht.
Wer will Friedensbote sein? Wer ist bereit?

Ich bin hier, Herr. Meinst du mich, Herr?
Deinen Ruf vernahm ich in der Nacht.
Ich will gehn, Herr. Führe du mich.
Leg dein Volk mir tief in Herz und Sinn.

Der allmächtige Gott, der Meer und Himmel schuf, wendet sich den Geknechteten zu. Er hört ihre Schreie. Er leidet ihre Schmerzen. Und nun fragt er: „Wen soll ich senden?“

In der Bibel beruft Gott den Menschen klar und unverkennbar. Der Prophet Jesaja oder auch Mose werden direkt von ihm angesprochen und aufgefordert. Für mich ist Gottes Stimme nicht so eindeutig. Wo ruft Gott mich? Und könnte ich wirklich so schnell antworten: „Ich bin hier, Herr. Führe du mich!“, wie der Refrain auf die Strophen folgt?

Um sich von Gott senden zu lassen, braucht es auch die eigene Bereitschaft dazu. Dieses Lied will diese Bereitschaft stärken. Wir können den Gott der Verstoßenen und Traurigen bezeugen, der ein Licht in der Dunkelheit ist. Den Gott, der selbst ein kaltes Herz wieder lebendig werden lässt. Er kann uns senden, uns zu seinem Werkzeug machen. Mal werden wir gesandt, für andere in schwierigen Situationen, mal wird zu uns gesandt.

Gott ist es, der Veränderung bewirken kann, wo wir alleine scheitern würden. Er schenkt Hoffnung und errettet die, die elend sind. Auch durch jeden einzelnen von uns. Wir können sein Rufen hören und ihm antworten: Ich will gehen, Herr. Sende mich!