Schatzkiste

Gedanken zum Wochenspruch zur Woche ab dem 3. Sonntag nach Trinitatis

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lukas 19,10

Fühlen Sie sich verloren? Dann wird Ihnen der Spruch für diese Woche neue Hoffnung geben. Im Gottesdienst fragte jemand vor dem Singen des Liedes "Jesus nimmt die Sünder an" leise und ganz verunsichert: "Nimmt er wirklich alle Sünder an?". Dahinter steht eine verunsicherte Seele, die fürchtet, dass die eigene Schuld zu groß sei, als dass sie von Jesus getilgt werden könne.

Sicher sind viele Menschen unserer Zeit eher mit sich zufrieden. Sie sehen möglicherweise die Ankündigung von Jesus "Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." als Angebot für irgendwelche Außenseiter oder schwer schuldig gewordene Menschen, die nun von Jesus wieder auf den Pfad der "Normalität" gebracht werden. Aber haben wir denn nicht jeden Tag aufs Neue die Vergebung Jesu nötig? Sind wir nicht täglich in der Gefahr uns zu verlieren, und damit genau zu denen zu gehören, die der Menschensohn im Blick hat.
Hier in diesem Text aus dem Likas-Evangelium, aus dem der Wochenspruch genommen ist, ist von einem Menschen die Rede, der sich seinen Mitmenschen gegenüber schwer schuldig gemacht hat. Dieser Zachäus hatte sich in den Dienst der Römer gestellt, und hat als Zoll-Einnehmer eigene Bereicherung und Willkür zu seinem Lebensinhalt gemacht. Damit macht man sich keine Freunde.
Aber mit der bevorstehenden Ankündigung, dass Jesus nach Jericho kommt, gerät Zachäus in einen Konflikt: Diesen Wanderprediger, von dem viele Wunder und Heilungen und auch vollmächtige Worte berichtet werden, möchte er doch wenigstens einmal anschauen. Und so steigt er auf einen Baum, weil er sonst - klein gewachsen, wie er ist - nichts sehen kann. Er macht sich auf den Weg - auf den Weg zu Jesus! Und Jesus sieht ihn dort, und spricht ihn an. Offenbar hat den Zachäus seine Schuld schon lange gedrückt, sonst wären die Worte nicht verstehbar, die er, Zachäus, spricht: "Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück."
So ist ein mögliches Verhaltens-Muster erkennbar: zuerst müssen wir uns mit der eigenen Schuld auf den Weg machen, auf den Weg zu Jesus. Ein Pfarrer hat es einmal auf eine einfache Formel gebracht: Sünde erkennen, bereuen, hassen und lassen! Und das mit Jesu Hilfe!
Wiir dürfen dann darauf vertrauen, dass Jesus beim Suchen ist - auf der Suche nach mir, auch wenn oder vielleicht weil schwere Schuld auf mir lastet. Schuld, die uns nach allem, was wir denken können, eigentlich als verloren erscheinen lässt. Jesus aber lädt uns ein zu ihm zu kommen. Hier in der Zachäus-Geschichte lädt Jesus sich selbst als Gast bei dem Zöllner ein. Uns bleibt dann nur, vor Menschen und vor Gott die eigene Schuld zu bekennen, und darauf zu vertrauen, dass Jesus uns wandeln kann, dass wir "selig werden" durch Jesu Wirken. So ist das schon vielen Menschen gegangen.
Was mit dem Zachäus später passierte, davon ist nichts berichtet. Wir dürfen aber annehmen, dass er sich nicht einfach wieder seinem Geschäft als Zöllner zuwandte, als ob nichts passiert wäre.

Wir dürfen diese Geschichte aus dem Kapitel 19 des Lukas-Evangeliums und insbesondere den Wochenspruch als Hoffnung begreifen, dass uns Gott nicht verwerfen will - keinen einzigen Menschen verwerfen will. Gott kann und Gott wird in meinem Leben Veränderungen bewirken, die die Kluft der Sünde zwischen Gott und mir beseitigt. Das kann im Einzelfall lange Zeit brauchen, kann aber auch von jetzt auf gleich eintreten. Wir wissen, Jesus ist von Gott in die Welt gesendet worden, dass er Menschen mit ihm versöhnt. Er hat das für alle - wirklich für alle, wie schwer auch die Schuld sei(!) - am Kreuz getan, hat sein Leben gegeben als Sühneopfer. Er tat das für mich, für dich, für jeden, der nun im Vertrauen auf Jesus sein Leben führen will. Gehen wir auf Jesus zu, denn er hat gesagt (Johannes 6, 31): "wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Und so hoffe ich auch für alle, dass sie froh das Lied mit anstimmen können:

         Jesus nimmt die Sünder an.
         Saget doch dies Trostwort allen,
         welche von der rechten Bahn
         auf verkehrten Weg verfallen.
         Hier ist, was sie retten kann:
         Jesus nimmt die Sünder an.

Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Donnerstag, 18. Januar 2018
Du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer.
Jesus Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.