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Gedanken zum Wochenspruch zur Woche ab dem 1. Sonntag nach Trinitatis

Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich. Lukas 10,16

Im 9. und 10. Kapitel des Lukas-Evangeliums wird zweimal über die Aussendung von Menschen durch Jesus berichtet. Zunächst sendet er die "Zwölf" aus, damit in einem der vor ihnen liegenden Dörfern eine Unterkunft bereitet wird (Lukas 9, 52 ff). Danach sendet er siebzig seiner Anhänger  zu zweit aus, um Kranke zu heilen und das nahe Gottesreich zu verkündigen.
Und so ist es bis zum heutigen Tag: Jesus hat in seiner Abschiedsrede uns Christen aufgetragen: Ihr sollt meine Zeugen sein. Zeugen für den Sühnetod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung. So kann jeder Christ bekennen: Jesus hat mich erlöst von meiner Schuld und  mich dadurch mit Gott versöhnt. Und der Wochenspruch will uns vermitteln: wenn Menschen Jesus hören sollen, dann müssen wir reden!!
In welche Situation führt nun der Wochenspruch? Jesus tritt nach seiner Wirksamkeit in Galiläa seinen Weg nach Jerusalem an. Gewissermaßen eine Pilgerreise, aber Jesus weiß, was ihn dort in Jerusalem erwartet.
Jesus sendet die Jünger, aber er bereitet sie auch auf die Schwierigkeiten auf dieser Mission vor. Er sagte zu ihnen: "Wenn ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, so geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht: 'Auch den Staub aus eurer Stadt, der sich an unsre Füße gehängt hat, schütteln wir ab auf euch. Doch sollt ihr wissen: das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.' " (Lukas 10, 10+11)
Die Ablehnung ist also "normal". Und wir heute empfinden diese Ablehnung manchmal bedrückend, weil sich in unserem Land nur noch sehr wenige Menschen auf die Botschaft Jesu einlassen wollen.
Aber wir sind nicht aufgefordert, mit machtvollen Gesten oder gar - wie die Jünger Jakobus und Johannes es wollten (Lukas 9, 54) - mit Gewalt Jesu Sache zu vertreten. Denn es ist Jesus als dem Menschensohn vorbehalten das Gericht zu halten am Ende der Zeit. Er wird jeden Menschen einzeln bewerten.
( Und da wird vielleicht Überraschendes zu erwarten sein. Schon heute können wir Christen es selbst beobachten, dass diejenenigen, die mit Jesus nichts zu tun haben wollen, uns bisweilen beschämen, weil sie ihre im Herzen verankerte Liebe zu Leidenden und Verfolgten in konkrete Taten münden lassen. Während gleichzeitig manche Christen ja nicht frei von Versagen sind. )
Die ausgesandten Siebzig sollten Kranke heilen und die Menschen darauf hinweisen, das das Gottesreich nahe ist.
Klare Anweisungen gibt Jesus: "Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. ... Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Hause! Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum andern gehen."  (Lukas 10, 3+5-7) 
Den Städten, die die Gesandten ablehnen, stellt Jesus eine düstere Prognose. Konkret nennt er die Städte Chorazin, Betsaida und Kapernaum, die einer Zerstörung entgegengehen. Wenn man heute nach Israel reist und diese Orte aufsucht, so sind die Ruinen dieser Städte gut sichtbar.
Welche Vollmacht den Siebzig - und auch uns - gegeben ist hat Jesus in den Ausspruch gefasst, der als Wochenspruch uns durch die kommenden Tage begleiten will: "Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich". Diese Sendungsworte sollen den Jüngern Kraft geben, ihren Auftrag zu erledigen. Und auch uns können sie Kraft und Mut zu unserem Zeugen-Auftrag geben. Sicher ist der eine leiser und der andere lauter bei der Realisierung. Mancher geht in die Öffentlichkeit, ein anderer führt "nur" stille Gespräche in der Bekanntschaft oder Verwandtschaft. Wir alle aber stehen mit in dem Auftrag: Geht hin!

Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Montag, 25. Juni 2018
Um deines Namens willen verwirf uns nicht! Lass den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden!
Paulus schreibt: Wir beten allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache der Berufung und vollende alles Wohlgefallen am Guten und das Werk des Glaubens in Kraft.