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Gedanken zum Wochenspruch zur Woche ab dem Pfingstsonntag

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr. Sacharja 4,6

Göttliche Rede ist immer Rede in eine bestimmte Zeit, in eine bestimmte Situation hinein. Ist Rede für das Leben von Menschen. Dasselbe gilt auch für unseren Wochenspruch, der der Prophetie Sacharjas zugehört. In Kapitel 1 des Buches Sacharja, im Vers 1 wird seine Zeit bestimmt. „Im achten Monat, im 2. Regierungsjahr des Darius..." Es handelt sich um Darius, dem Großen, der von 522-486 vor Christus das Perserreich regierte, 540 geboren, 486 verstorben.

Nach Ausschaltung des Magiers Gautarna, der sich als Sohn des Kyros mit Namen Smerdis benannt hatte, erneuerte Darius nach Niederwerfung einiger Aufstände das Reich des Kyros (wir erinnern uns: Unter Kyros durften die Juden Babel wieder verlassen und nach Israel ziehen). Darius erweiterte sein Reich bis zum Hindus.
Sacharja (Sein Name bedeutet "Der Herr gedenkt") wirkte also in der Zeit dieses mächtigen Perserkönigs. Er war ein Freund des Propheten Haggai und prophezeite um 520 V. Chr., und zwar in Juda, genau in Jerusalem unter dem dortigen Statthalter Serubabel, der die Exulanten von Babel nach Palästina zurückgeführt hatte und der 520 vor Christus den durch Nebukadnezar im Jahre 586 zerstörten Tempel in Jerusalem wieder aufbaute. In diese Zeit wird das Wort gegeben: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr.
Für die Menschen in Juda und Jerusalem, die dieses Wort hörten, galt das im wahrsten Sinne des Wortes. Der von Nebukadnezar zerstörte Tempel lag noch nach sechs Jahrzehnten am Boden. Die nach Hause gekehrten Exulanten aus Babel werden sich sicher gefragt haben, weshalb die in der Heimat Verbliebenen ihn nicht schon längst wieder aufgebaut hatten.

In unseren Kirchen und Gemeinden liegt auch manches am Boden. Die Zeit mit viel Geld und darum auch mit vielen  Möglichkeiten ist dahin. Kirchenkreise und Gemeinden werden zusammengelegt, Pfarrstellen aufgehoben, Aktivitäten aufgegeben. Kommissionen überlegen, was aufgegeben werden muss, und was unbedingt gehalten  werden sollte.

Die Menschen zu Sacharjas Zeiten hatten einen Existenzkampf zu führen. Einige sagten sogar, dass die Zeit für den Tempelbau noch nicht da sei. Erst wäre das zu erledigen, was zum Leben nötig war. Wahrscheinlich auch deshalb kam beim Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem keine rechte Begeisterung auf.
Sacharia wusste um diese Sorge. Darum versuchte er mit seinem Prophetenwort zu ermutigen. Und dieses sein Wort, war nicht sein Wort, sondern das Wort Gottes. "Heer oder Kraft" steht für alles, was der Menschen einzusetzen vermag. Vom Gesetz über die Verordnung bis hin zur Sammlung und Schutztruppe, die vor Störenfrieden schützen musste. Der Geist steht für Gott. Er kann, was Menschen nicht vermögen: Die müden Herzen und Hände flott machen.

Auf dieses Prinzip muss auch beim Bau und Erhalt von Gemeinde Christi in unseren Tagen geachtet werden. Manche Gemeinde reagiert nur allzuverständlich mit "Heer und Kraft", um wieder "Leben" in die Gemeinde zu kriegen.
Dabei greift sie zu guten Mitteln: Sie bietet Tanzveranstaltungen, Straßenfeste, Konzerte, Theater, Fahrten und vieles mehr an. Sie ändert die Liturgie und bringt statt der Orgelmusik den Sound einer Band, sie ändert manchmal sogar die Theologie.

Aber trotz aller Mühen kann sie den Auszug aus der Kirche nicht verhindern. Daran ändern auch die zu recht erwähnten Wiedereintritte nichts. Und bei denen, die noch bleiben, ist vom Glaubensinhalt oft wenig bekannt.
Mit Christus Jesus sind wir, die früheren Heiden, in das Geschehen, das von Gott getragen wird, mit hinein genommen. Und soll es in den Gemeinden Christi anders - lebendiger werden, muss wieder nach dem Geist Ausschau gehalten werden. Der ist es, der lebendig macht, nämlich geistliches Leben schafft und also auch Gemeinde baut. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass er Jesus Christus groß macht und in den Glauben an ihn führt. Auf ihn ruht darum auch die Hoffnung in karger Zeit der Gemeinde Christi. Und gerade an Pfingsten dürfen wir im Blick auf das Geschehen, wie es im 2. Kapitel der Apostelgeschichte erzählt wird, auch bei uns auf den Geist Gottes hoffen. Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr.
 

 

Herrnhuter Losungen

Tageslosung von Montag, 25. Juni 2018
Um deines Namens willen verwirf uns nicht! Lass den Thron deiner Herrlichkeit nicht verspottet werden!
Paulus schreibt: Wir beten allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache der Berufung und vollende alles Wohlgefallen am Guten und das Werk des Glaubens in Kraft.